Tradition und Unterricht

Ich unterrichte nach dem Prinzip des viniyoga. Das bedeutet insbesondere, dass der Unterricht den Fähigkeiten und Bedürfnissen der einzelnen Schüler angepasst wird. Dadurch ist es für jeden Menschen möglich, Yoga zu praktizieren – egal wie fit oder alt jemand ist oder ob man irgendwelche körperlichen Einschränkungen hat (die hat fast jeder und deswegen kommen ja auch viele zum Yogaunterricht). Es gibt keine Standardabfolge von Körperhaltungen (āsāna) und jede Haltung kann individuell angepasst und damit vereinfacht oder intensiviert werden. Tendenziell sind die Stunden eher etwas ruhiger und auf Stressabbau ausgerichtet, sie können aber auch anspruchsvolle Haltungen beinhalten, die Kraft und Beweglichkeit fördern und fordern. Aber Yoga kann auch schaden, weshalb wir auf gewisse Haltungen im Gruppenunterricht verzichten. Um beim Unterricht auf jede(n) eingehen zu können üben wir in kleinen Gruppen mit nicht mehr als 10 - 12 Schülern.

 

Im Mittelpunkt steht neben der Aufrichtung und Kräftigung der Wirbelsäule als die zentrale Achse unseres Körpers immer und jederzeit der Atem. Alle Bewegungen werden mit dem Ein- oder dem Ausatmen verbunden. Die Haltungen werden in der Regel dynamisch ausgeführt, können zur Intensivierung der Erfahrung aber auch statisch gehalten werden. Da der Atem jedes Menschen unterschiedlich ist, praktiziert man in der Regel im eigenen Atemrhythmus und nicht in einer vom Lehrer vorgegebenen Geschwindigkeit. Was die eine unterfordert kann den anderen bereits überfordern. Die Ausrichtung auf den eigenen ruhigen und gleichmäßig fließenden Atem fördert auch die wichtige Ausrichtung des Geistes während der Übungspraxis. 

Die Stunden enthalten häufig auch Atembeobachtungen und Atemübungen (prāṇāyāma) sowie meditative Elemente. Manchmal werden auch einfache Rezitationen oder kleinere philosophische Betrachtungen in die Stunde integriert. 

Ziel ist es, Körper, Atem und Geist in Einklang zu bringen. Am Ende der Stunde soll ein ruhiger und entspannter Geist stehen.